Mittwoch, 5. August 2015

Tagebuchbloggen im August

 Frau Brüllen fragt, wie an jedem Monatsfünften: WmDedgT?

0:00 Ich bin in der Notaufnahme und behandle einen Patienten mit OSG-Distorsion. Nachdem er mit Voltarensalbenverband und Gehstöcken ausgestattet ist, gehe ich nochmal über die Stationen. Ein Blick auf die nachmittags angelegte Thoraxdrainage (blubbert vorschriftsmässig, Patient atmet gut), eine neue Infusionsnadel für Frau M. für die nächtliche Antibiose, einmal noch auf die Intensivstation zu dem Patienten mit dem paralytischen Ileus (nein, ich will ihn immer noch nicht operieren. Echt nicht. Ist nämlich paralytisch und nicht mechanisch, verdammte Axt!). 
01:10 Ich liege auf der Pritsche und schlafe sofort ein. 
02:45 Das Telefon läutet, ein Patient mit verstopftem Blasenkatheter wird aus einem Pflegeheim angemeldet. Warum immer nachts auffällt, dass der Katheterbeutel leer bleibt, frage ich mich manchmal schon, aber gut, da wir nur eine urologische Belegabteilung haben und die nachts natürlich nicht da sind, ist das eindeutig mein Bier. Das Pflegeheim ist aber etwas weiter weg, also drehe ich mich um und schlafe erstmal weiter. 
03:20 Der Patient ist in der Ambulanz angekommen. Wir versorgen ihn mit einem neuen Katheter und nehmen ihn dann stationär auf, denn an einen Rücktransport ist um diese Uhrzeit nicht zu denken. Um diese Uhrzeit gibt es hier nur Rettungswagen, und davon schicke ich sicher keinen für einen reinen Transport los, der könnte sonst im Notfall einem lebensbedrohlich verletzten oder erkrankten Patienten fehlen.
04:15 Als ich mich gerade auf den Weg zurück auf die Pritsche machen will, kommt die nächste Patientin. Die Untersuchung (Abtasten, Labor, Ultraschall etc.) ergibt eine akute Gallenblasenentzündung, auch sie wird aufgenommen, bekommt Antibiotika, eine OP-Aufklärung und ein Bett. Jetzt aber wirklich zurück auf die Pritsche, obwohl sich das für die eine Stunde bis ich für Visite und Übergabe wieder aufstehen muss fast nicht mehr lohnt. 
07:30 Übergabe, anschliessend Frühstück in der Kantine. 
09:30 Ich bin zu Hause, melde mich kurz beim Lieblingsbasler und verschwinde erstmal im Bett. 

Ich wache kurz vor 15:00 wieder auf und habe Kopfschmerzen. Nach einer Ibuprofen 600 gehe ich erstmal duschen und versuche, etwas wacher zu werden. Funktioniert so leidlich. Ich esse und trinke etwas und setze  mich dann an den Schreibtisch. Unter anderem muss ich noch Steuerunterlagen zusammensuchen und Dankeskarten an die Finder unserer Hochzeitsballone schreiben. Von ca. 100 Ballons wurden immerhin 9 gefunden, einer hat es sogar bis Verona geschafft!

Anschliessend bügle ich die Wäsche der letzten zwei Wochen weg. Dazu gibt es eine ganz frische Folge "Downton Abbey". Ich hätte die DVD zwar fast nicht gefunden, weil der Lieblingsbasler sie aus mir unerfindlichen Gründen hinter die Brotschneidemaschine in der Küche gestellt hat, aber irgendwann sprang sie mir ja doch ins Auge.
Der Lieblingsbasler ist heute beim Fussball, also mache ich mir um 20:15 noch etwas zu essen und werde jetzt mit einer weiteren Folge Downton Abbey auf dem Sofa versumpfen. 

Keine Kommentare: