Freitag, 31. Januar 2014

Ein Monat in Schnipseln

Der Januar scheint einfach nicht mein Blog-Monat zu sein. Wo andere über den neuen Zauber jubeln, der angeblich jedem Anfang inne wohne, verfalle ich zu Beginn eines neuen Jahres in Lethargie. Alles grau und dunkel da draussen, ausserdem auch noch kalt und noch nicht mal Schnee....mimimi.

- Das letzte Jahr endete unschön. In der Nacht auf Heiligabend musste ich meine Lieblingstante wegen akuter Atemnot ins Krankenhaus einweisen. Wir blieben bis 6 Uhr morgens bei ihr, da ging es ihr besser und sie schickte uns mit Nachdruck nach Hause. Um 7 Uhr dann der Anruf, dass sie gestorben sei. Weihnachten feierten wir zwar trotzdem, aber sehr still und leise. Das Restaurant für die Feier ihres 85. Geburtstags hatte sie eigentlich schon ausgesucht.

- Der Silvesterdienst war so, wie Silvesterdienste meistens sind: unglaublich viel zu tun und unglaublich ungeduldige Patienten (weil..."wir haben heute Abend ja noch was vor! Ist doch Silvester, und das wollten wir eigentlich nicht in der Notaufnahme verbringen!".....ach, sag an). Um Mitternacht stiess die Dienstmannschaft kollektiv mit alkoholfreiem Sekt an und setzte sich an die von der Verwaltung zum Abendessen spendierten kalten Platten, um 0:30 Uhr brach die Hölle los.

- Die Beerdigung meiner Lieblingstante war rundum gelungen. Ein phantastischer Trauerredner erzählte so intensiv aus ihrem Leben, dass wir den Eindruck hatten, er habe sie tatsächlich gekannt, und das alles ohne "wir sind alle kleine Sünderlein und der jüngste Tag wird kommen". Der Leichenschmaus war für die ganze Familie tröstlich und dauerte gute 5 Stunden. Sie hätte ihre Freude an uns gehabt!

- Mein Prüfungstermin für die Facharztprüfung kam und war, hurra, an dem einzigen Tag, an dem ich wirklich absolut nicht kann. Ein Anruf beim Amt brachte die Erkenntnis, dass das Verschieben der Prüfung überhaupt kein Problem ist, die nächste Prüfung allerdings, naja, die sei, also, so genau könne man das ja noch nicht sagen, aber so in etwa in....hmm, acht Wochen vielleicht? Oder zehn? Man werde mir auf jeden Fall einen neuen Prüfungstermin zuschicken. Sehen wir es mal positiv: der OP-Katalog wurde offenbar für gut befunden.

- Die ersten Wochen 2014 brachten im Verwandten-, Freundes- und Kollegenkreis nur schlechte Nachrichten: Krebs und Fehlgeburten sind Arschlöcher. Punkt.

- Es gab auch Schönes im Januar: ich war auf einer Tupperparty (und habe dort, Achtung, Ironie, einen "Eidgenossen" käuflich erworben), war endlich mal wieder schwimmen, im Stricktreff (den ich beim zweiten Mal schon viel weniger wunderlich fand als beim ersten Mal), mit der liebsten Studienfreundin in der Studienstadt Sushi-Essen und mit dem Lieblingsbasler im Kino ("Wolf of Wallstreet", my two cents: hätte durchaus eine Stunde kürzer sein können, der Drogenkonsum wurde dafür, dass er natürlich eigentlich hätte abschreckend dargestellt werden sollen doch gar sehr verherrlicht, und wenn das eine realistische Darstellung der Finanzwelt sein soll, dann will ich das vielleicht doch alles gar nicht so genau wissen und lebe sehr gerne in meiner gänzlich anderen Welt.) und Indisch essen.

- Das letzte Wochenende verbrachten wir bei meiner Familie, und ausser Schlafen, Kaffeetrinken und Lesen stand nichts auf dem Programm. Sehr viel mehr haben wir auch nicht gemacht. Und auch wenn ich seit dem letzten Wochenende von einem hartnäckigen Schnupfen begleitet werde fühle ich mich insgesamt doch schon wieder deutlich fitter als Anfang des Monats. Der Februar kann kommen (und darf gerne etwas positiver werden als der Januar! Von mir aus gerne auch mit Schnee!).

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