Samstag, 5. Oktober 2013

Tagebuchbloggen im Oktober

Frau Brüllen fragt auch diesen Monat, was wir am fünften so tun. Hier mein Samstag:

0:00 Wir sitzen mit Freunden in unserem Esszimmer und haben gerade ein phantastisches Dessert verspeist (warme Zwetschgenknödel mit Vanilleeis). Bei Rotwein und Kaffee quatschen wir noch bis um kurz vor 2:00. Fünfzehn Minuten später haben wir die Spülmaschine angeworfen und liegen im Bett, etwa eine Minute später schlafe ich. 

Weil wir am Vormittag in meine alte Heimatstadt fahren wolle , klingelt der Wecker bereits um 8:00. Ich wehre mich ein Bisschen gegen das Aufstehen, hilft aber alles nix, der Lieblingsbasler ist gnadenlos und eine halbe Stunde später verschwinde ich unter der Dusche. Nach weiterer Chaosbeseitigung und einem kurzen Stehfrühstück in der Küche verlassen wir das Haus und düsen auf der Autobahn gen Süden und überqueren dann den Schwarzwald. 
In der Heimatstadt angekommen gehe ich noch in den lokalen Wollladen, um zwei dringend gebrauchte Knöpfe zu kaufen und besorge in der Stadtbibliothek neue Hörbücher, dann machen der Lieblingsbasler und ich uns um kurz vor 13:00 zum Rathaus auf. Dort heiratet heute eine alte Schulfreundin standesamtlich, wir sind zum Sektempfang eingeladen. Die Wartezeit auf das Brautpaar vertreiben wir uns auf dem heute stattfindenden Herbstfest. Auf dem Rathausplatz haben alle Partnerstädte der Heimatstadt ihre Stände aufgebaut. Wir schauen jungen ungarischen Paaren beim Volkstanzen zu und verpassen so fast den Auszug des Brautpaars. Gott sei Dank nur fast, nach dem obligatorischen Herzchenausschneiden und Brautdurchtragen (was für den Bräutigam bei einer im neunten Monat schwangeren Braut und glitschigem Kopfsteinpflaster sowie recht klein ausgeschnittenem Herz eine...nunja...nennen wir es Herausforderung...war) können wir Glückwünsche und Geschenk loswerden und bekommen Sekt und sehr leckere Häppchen. Das heisst, ich bekomme Sekt, der Lieblingsbasler hat sich aus Gründen die nicht unwesentlich im Zusammenhang mit dem gestrigen Abend stehen bereiterklärt, Fahrer zu sein und bekommt nur Häppchen. 
Um 14:30 treffen wir uns mit meinen Eltern auf dem Herbstfest. Der Lieblingsbasler und ich teilen uns bei meiner Cousine eine Currywurst, treffen mein Patenkind, eine weitere Cousine sowie einen Cousin, machen am Stand einer anderen Cousine bei einem Wettbewerb zum Thema politische Bildung mit und gewinnen eine Packung TicTacs, essen bei den Landfrauen eine Speckdinne, treffen meinen Zahnarzt, tippen beim Fasnachtsverein unseres Dorfes auf das Gewicht eines Ferkels (und hoffen inständig, dass wir daneben liegen, der Gewinner sollte nämlich eigentlich das niedliche Schweinchen schlachten lassen und die Fasnächtler zum Schlachtfest inladen...brrrr), kaufen beim Bonbon-Onkel eine Tüte gemischten Süsskram und eine Tüte Magenbrot (für meine Oma, da steht sie total drauf), treffen einen Onkel und eine Grosscousine, gewinnen bei der Tombola eine Tüte Gemüse (zwei Rettiche, eine Gurke, eine Zwiebel und eine rote Beete...das ist doch wenigstens mal ein Tombolagewinn, mit dem man was anfangen kann!) und gehen dann, weil es schon wieder regnet, mit meinen Eltern und Freunden meiner Eltern einen Kaffee trinken. Danach schlendern wir zurück in Richtung Auto. Für den Lieblingsbasler gibt es unterwegs noch eine Bratwurst, für mich Schupfnudeln. Dann ist mir ein Bisschen übel (warum dem Lieblingsbasler nicht schlecht ist, verstehe ich beim besten Willen nicht, immerhin hat er noch die Hälfte meiner Schupfnudeln vernichtet) und wir fahren nach Hause. Inzwischen ist es 18:00. Wir bringen meiner Oma noch kurz das Magenbrot vorbei und machen es uns dann bei meinen Eltern vor dem knisternden Ofen gemütlich. 
21:00 So langsam werde ich ziemlich müde. Ich spüre den fehlenden Nachtschlaf und meine dämliche Erkältung, die durch fünf Stunden auf dem Herbstfest bei feuchtkaltem Wetter auch nicht gerade besser wurde. Jetzt schaue ich gerade noch dem armen Harrison Ford zu, der wohl genauso wenig wie ich versteht, warum man rohe Eier über ein improvisiertes Bierzelt werfen oder auf Tausenden von Labellos herumlaufen sollte.



Keine Kommentare: