Dienstag, 24. September 2013

Die Zeit...

...rast momentan unglaublich schnell vorbei, und ich komme zu nix. Virtuell zumindest. Im echten Leben bleibt einem ja nix anderes übrig als einfach mitzurasen (und ab und zu einen Fuss zum Bremsen rauszustellen). Weil vor lauter Rasen keine Zeit zum anständigen Bloggen bleibt, gibt es heute unanständige Schnipsel: 

- 90 Jahre alt ist sie jetzt, meine Oma. Es war ein rauschendes Fest mit Verwandten, Freunden und Nachbarn, inklusive Spontanständchen vom Männergesangsverein und Ueberraschungs-Comedy-Act und mit Fotogalerie von heute an rückwärts bis in Omas Schulzeit. Die Hauptperson hielt bis nachts um 4 durch, ich streckte (bei Z.n. Dienst) bereits um 23:00 die Waffen. Wir schenkten meiner Oma übrigens eine Küchenmaschine, weil ihr seit neustem das Kneten des Hefezopfteigs etwas Mühe macht. Die Freude war auf allen Seiten gross, ihre über die Maschine, unsere über die weiterhin zu erwartenden Hefezöpfe.

- Ein letztes Mal war ich (für dieses Jahr) im wohl schönsten Freibad der Welt schwimmen. Es war herrlich, wenn man mal vom unhöflichen Bademeister absieht, der lieber weiter Frühstücken wollte, als mir beim spinnenden Eintrittskartenautomaten behilflich zu sein. 

- Eine Woche lang war ich in Leipzig auf einer Fortbildung. Und wieder einmal konnte ich feststellen: Chirurgen sind irgendwie seltsam. Am ersten Tag waren alle noch fürchterlich verklemmt, jeder hatte im Hörsaal links und rechts von sich mindestens drei der (übrigens sehr unbequemen) hölzernen Sitzplatten frei und beim Kaffeetrinken in den Pausen blickte jeder ganz angelegentlich in die eigene Tasse. Am zweiten Tag war es etwas weniger klemmig, diejenigen, die schon miteinander sprachen erzählten sich gegenseitig, was sie - chirurgisch gesehen - doch für tolle Hechte seien und wie beeindruckend hoch ihre OP-Zahlen in dieser oder jener speziellen Technik schon seien. Dann kam der "gesellige Abend", der zwar nur so mittelmässig gesellig war, die anwesenden Chirurgen aber immerhin zum Auftauen brachte. Ab dem Folgetag ging es dann in den Kaffeepausen endlich mal ans Eingemachte und man erzählte sich, woran man in der eigenen Klinik immer wieder scheitert, wie schwierig es ist an bestimmte Eingriffe heranzukommen, obwohl sie doch im Facharztkatalog gefordert werden etc. 

- Ich hatte während der Fortbildung Gelegenheit, mit etlichen (angehenden) Chirurginnen zu sprechen, die schon Kinder haben. Interessant zu erfahren, bei welchen Arbeitgebern es machbar ist, den Chirurgenalltag und das Familienleben unter einen Hut zu bringen und vor allem wie. Die kommunalen Häuser kamen durchweg besser weg als die Unikliniken, was für mich jetzt nicht wirklich ganz so überraschend ist. 

- Ein kleines Highlight der Fortbildung war, dass fast alle Dozenten sächselten. Ich stelle fest: ich mag sächsisch. Sehr sogar!

- Ein weiteres Highlight war Leipzig an sich: so eine schöne Stadt! Während der Fortbildung kam ich zwar nicht wirklich dazu, mir Leipzig anzuschauen, aber die Fortbildung endete ja schon am Freitagnachmittag, der Lieblingsbasler kam nach und wir blieben bis Sonntag, da hatten wir noch Zeit für ein bisschen Sightseeing. Wir machten eine Stadtrundfahrt, schlenderten mehrfach durch die toll sanierte Altstadt, wandelten auf den Spuren von Frau Dr. Mertens (der Lieblingsbasler liebt aus eigentlich unerfindlichen Gründen diese Serie und ich habe es verpasst, rechtzeitig gegenzusteuern und eine sogenannte Co-Abhängigkeit entwickelt. Jetzt ist es raus.) im Leipziger Zoo, beobachteten vom Hotelzimmerfenster aus das Treiben auf dem roten Teppich beim Leipziger Opernball, lauschten dem Thomanerchor, assen mehrfach sehr lecker Sushi und einmal auch gutbürgerliche Rindsrouladen in Auerbach`s Keller und gerieten nachts auf dem Heimweg in das längste Konzert der Welt. 

- Ich höre im Auto zur Zeit ein Hörbuch, was mich jeden Tag mehrfach zum laut loslachen bringt. Das Känguru-Manifest von Marc-Uwe Kling wurde mir von der liebsten Schulfreundin zum Geburtstag geschenkt, vielen Dank dafür, Du hattest recht, es gefällt mir tatsächlich sehr! Dem Lieblingsbasler übrigens auch, und das will was heissen. Der mag nämlich eigentlich keine Hörbücher. 

- Weil wir noch nicht genug von Faust und Kultur hatten (und weil der LAG der Schwester mitspielte), waren wir am Sonntag in Staufen bei der Staufener Zeitreise. Mittelaltermarkt, Freilufttheater, neuer Süsser, Schaschlikbrötchen und nicht zuletzt das sonnige Herbstwetter ergaben eine prima Sonntagsmischung.

1 Kommentar:

alasKAgirl hat gesagt…

Das freut mich, dass Dir das Känguru gefällt. Ich hatte den ersten Teil (die Känguru-Chroniken) auch beim Lesen gemocht, aber ich liebe es, wie er es vorliest.

Im Auerbachs Keller habe ich vor Jahren auch schon mal gegessen.

Die erste Kaffeepause bei Tagungen/Konferenzen und Fortbildungen ist IMMER seltsam und jeder hasst sie!