Samstag, 6. April 2013

Tagebuchbloggen am Fünften

Frau Brüllen ruft zum Tagebuchbloggen auf. Eigentlich am 5. eines Monats. Da war ich aber nicht zu Hause. Weil mir dieses Tagebuchbloggen Spass macht, trage ich den 5. einfach nach (Frau Brüllen lässt die Linkliste dankenswerterweise dieses Mal länger offen :-)

7:00 Der Wecker klingelt (ja, tatsächlich erst so spät, ist fast wie ausschlafen). Eine Viertelstunde später stehe ich auf, verabschiede den Lieblingsbasler ins Büro und verschwinde im Bad. Es folgen Duschen, Frühstücken, Schminken. Um 8:15 verlasse ich das Haus.

9:00 Ich lasse mir von der Kollegin eine Übergabe machen. Auf meinen Stationen wird niemand entlassen, es müssen allerdings einige Verbände gewechselt und ein paar Zusatzuntersuchungen organisiert werden. Ausserdem hat unser hauptamtlicher Vampir Urlaub, das bedeutet dass ich die Blutabnahmen selbst machen muss.

11:00 - 12:00 Ich assistiere im OP eine TAPP. Anschliessend will ich dem Greenhorn-Kollegen auf seiner Station kurz unter die Arme greifen. Der ist aber schon so gut wie durch mit Kurvenvisite etc., ich mache also noch kurz meine eigene Station fertig und wir gehen gegen

12:30 essen. Es gibt paniertes Fischfilet, oder auch Panade mit Fischinhalt.  

13:00 Ich werde in den OP gefunkt, die Kollegin im Orthosaal hat Feierabend und möchte ausgelöst werden.

14:20 Die Knieprothese ist drin. Ich schaue in der Notaufnahme vorbei, erfahre dort, dass ich gleich wieder mit einem Blinddarm in den OP soll und behandle zwischendurch noch zwei Patienten (einer davon gerade erst 2 geworden und schon seeehr charmant!).

15:00 Die OP geht los, aus dem "Patient mit dem Blinddarm" wird ein Patient ohne Blinddarm.

16:00 Ich übernehme das Diensttelefon und die Notaufnahme. Sind gerade nur ein paar leichtere Verletzungen da, der Dienst geht gut los. Zwischendurch werde ich ein paar Mal auf Station gefunkt, Hb-Kontrollen abnehmen, Schmerztherapien optimieren... Bei der Gelegenheit bespreche ich gleich noch mit "meinem" Blinddarmpatienten die OP. Dann kommt eine ältere Dame in die Notaufnahme, die zu Hause auf die Schulter gefallen ist. Der Oberarmkopf ist leider zertrümmert. Ich bereite die Patientin für die Operation vor, dann übernimmt die Anästhesistin.

19:15 Zeit zum Abendessen. Währenddessen läuft im Pausenraum "Das perfekte Dinner". Irgendwie sehen meine mitgebrachten Brote plötzlich etwas weniger lecker aus. Hätte ich doch besser mit den anderen Pizza bestellt! War mir aber zu unsicher, allzu oft kommt die Pizza erst dann, wenn ich schon wieder im OP bin.  

19:45 Ich checke in mein Dienstzimmer ein.

20:00 Der OP ruft an, es geht los mit der Schulteroperation. Die Operation ist ziemlich kompliziert, der osteoporotische Knochen gleicht einem sehr, sehr morschen Stück Holz. Mit dem diensthabenden Unfallchirurgen habe ich bisher erst ein Mal operiert, und ich bin ganz begeistert. Der operiert dermassen ästhetisch und souverän...Hut respektive OP-Haube ab!

21:30 Direkt aus dem OP geht es wieder in die Notaufnahme. Ich nehme noch einen Patienten mit Gehirnerschütterung stationär auf, versorge eine Rheumapatientin mit Schmerzen im Arm und darf um

22:45 in mein Dienstzimmer. Ich versuche noch ein Bisschen "Let´s Dance" zu schauen, bin aber zu müde und schlafe gegen 23:15 ein.

04:01 Mein Notfallpfleger ruft an (wow, erst jetzt? Für eine Freitagnacht phantastisch!), wir haben einen Patienten mit Platzwunde im Gesicht. Ich stehe auf, nähe die (dicke) Lippe und bin um 4:30 wieder im Bett. Und da bleibe ich auch, bis mein Wecker um

7:15 klingelt. Aufstehen, Katzenwäsche, Bett wieder abziehen. Dann gehe ich über die Stationen, nehme Blut ab und aktualisiere die Patientenlisten. Ich bin etwas zu früh fertig und quatsche noch ein Bisschen mit der Frühschicht, bis um 08:30 meine Ablösung kommt.
Jetzt geht´s ab nach Hause!



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