Dienstag, 12. März 2013

WmDedgT? - Der Montag

Frau Brüllen lud hier unter der Frage "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" zum Tagebuchbloggen ein. Nachdem ich gestern mit Interesse einige (für alle Teilnehmer reichte meine Zeit leider nicht) Tagesabläufe las, die so ganz anders sind als mein eigener, mache ich heute mit - und trage auch gleich noch den Montag nach.

05:05 Mein Wecker klingelt. Das tut er auch um 05:10 und um 05:15, und nach zweimal Snoozen stehe ich auf. Glücklicherweise ist der Lieblingsbasler in dieser Hinsicht sehr pflegeleicht und toleriert meinen Snoozetick. Ans Aufstehen schliessen sich Duschen, Frühstücken und Fönen an, und um

06:10 verabschiede ich mich vom inzwischen wieder schlafenden Lieblingsbasler, verlasse das Haus und düse in die Klinik.

07:00 Eigentlich Visite. Uneigentlich erzählt mir der Diensthabende erstmal, dass ein Kollege sich am Wochenende leider das Bein gebrochen hat und wir somit zusätzlich zu den Diensten der ganz frisch schwangeren Kollegin auch seine neu verteilen müssen. Ähm...ja. Dann aber doch erstmal Visite.

07:30 Frühbesprechung. Montags immer etwas länger, weil auch die Diensthabenden vom Wochenende über Aufnahmen und andere relevante Befunde berichten. Ich berichte von Samstag und der Nacht auf Sonntag.

07:50 Aufgrund der Krankheitsausfälle müssen wir den OP- und Stationseinsatzplan kurzfristig umschmeissen. Will heissen, es gibt insgesamt drei Assistenzärzte für zwei Stationen und einen OP-Saal. Ich erwische den OP-Saal. Hätte schlimmer kommen können!

08:00 - 13:15 Ich verschliesse einen Leistenbruch, entferne mehrere Lipome und zwei Gallenblasen. Die Mittagspause findet zwischen zwei OPs statt, und weil die Anästhesie ausgerechnet heute ein bisher nie gekanntes Wechseltempo vorlegt, besteht das Mittagessen aus einer im Stehen hinuntergeschlungenen Tasse Suppe. Macht nix, denn normalerweise haben wir in unserer Klinik tatsächlich halbwegs regelmässig Mittagspausen, das kenne ich auch anders. Und über schnelle Wechselzeiten würde ich mich niemals beklagen. Echt nicht!

13:15 Zurück auf Station orientiere ich mich kurz. Welche Patienten sind heute Vormittag entlassen worden, was ist noch dringend zu erledigen? Es folgen Gespräche mit dem Sozialdienst über anzufordernde Rehas, anschliessend bespreche ich mit dem Neurologen einen gemeinsamen Patienten. Ich schreibe meine OP-Berichte vom Vormittag (und die, die ich letzte Woche und am Wochenende nicht mehr geschafft habe gleich mit).

14:30 Ich bespreche mit den Kollegen, wie wir die zusätzlich anfallenden Dienste für März und April fair verteilen können. Zwei Ausfälle zu kompensieren ist wirklich kompliziert, ausserdem fallen die Osterfeiertage in diese Zeit. Nach langem hin und her scheint es geklärt.

15:00 Ich visitiere die Patienten, die ich vormittags operiert habe, bespreche den intraoperativen Befund und das Procedere mit ihnen.

15:30 Nachmittagsbesprechung. Der Arzt der Notaufnahme berichtet über Aufnahmen und relevante Befunde. Röntgenbilder werden demonstriert, Histologiebefunde ausgeteilt. Noch zu Erledigendes und wichtige Informationen über kritische Patienten auf Station werden an den Diensthabenden übergeben.

15:55 Die Dienstplangeschichte ist leider doch noch nicht geklärt. Ein Dienst lässt sich einfach nicht besetzen, alle haben entweder vorher oder nachher Dienst oder Geburtstag oder sind nicht da oder, oder, oder...zähneknirschend erkläre ich mich bereit, an dem besagten Wochenende einen Doppel-Whopper zu übernehmen (will heissen einen 24h-Dienst von Freitag auf Samstag und einen von Sonntag auf Montag).

18:00 Ich bin zu Hause und wusele in der Wohnung herum. Gegen 19:00 kommt der Lieblingsbasler nach Hause und kocht. Weil ich ihm noch aus dem Auto über die Freisprechanlage von der Dienstplanmisere und meinen vier Wochenenddiensten im April erzählt habe, bekomme ich Soulfood. Spaghetti a la verdura und Schokoladenpudding :-)

20:15 Ich liege mit dem Lieblingsbasler auf dem Sofa, schaue WWM und drehe nebenher eine kleine Blogrunde. Dann ruft meine Mutter an, und dann gewinnt der WWM-Kandidat tatsächlich die Million. Danach muss ich auf dem Sofa eingeschlafen sein. Gegen Mitternacht weckt mich der Lieblingsbasler und ich ziehe ins Schlafzimmer um.


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