Freitag, 30. März 2012

Geht doch!

Neulich hatte ich mich hier ein bisschen beschwert, weil ich den Giraffenhals ja im Prinzip ganz nett fand, den Handlungsstrang aber doch schmerzlich vermisste.
Auf "Der Geschmack von Apfelkernen" von Katharina Hagena hatte ich mich ähnlich lange gefreut wie auf die Giraffe. Immer wieder sah ich das Buch in Buchhandlungen oder den Regalen von Freunden stehen, und jedes Mal nahm ich mir vor, es jetzt "aber wirklich bald mal" zu lesen. Denn schon den Einband finde ich ganz entzückend. Mit schön gelayouteten (wie lautet denn hier bitte das korrekte Verb?) Büchern kriegt man mich ja immer. Das Auge liest mit, oder?
Gestern war es dann so weit: ich schlug die erste Seite auf und war sofort drin in der Geschichte. Und die kam so daher, wie ich es gerne habe, denn ich mag weder Geschichten, die spätestens ab Seite drei vorhersehbar sind, noch Geschichten, die mir auch auf der letzten Seite noch grössere Rätsel aufgeben. Hier ist das Erzähltempo perfekt, Schritt für Schritt werden (Familien)Geheimnisse gelüftet, so dass man einfach weiterlesen muss. Wenn ich nicht gegen 01:30 Uhr dann doch etwas müde geworden wäre, hätte ich das Buch vermutlich in einem Rutsch gelesen. So wurden es zwei. Sehr schön!

Iris, eine Bibliothekarin aus Freiburg, erbt das Haus ihrer Grossmutter Bertha. Das alte Haus mit dem verwilderten Garten steht ganz am anderen Ende Deutschlands, und zunächst weiss Iris nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie verbringt einige Tage im Ferienhaus ihrer Kindheit, weckt alte Erinnerungen und erfährt Neues über Bertha. Am Ende weiss Iris, was sie mit dem Haus anstellen möchte. Wir wissen, welche Frau Funken aus den Fingern schütteln konnte und wer seinen Apfel mitsamt den Kernen ass.

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