Mittwoch, 11. Januar 2012

Virtuelles Bücherregal

Ich lese viel, gerne und so ziemlich alles. Weil das schon immer so war, bin ich ein großer Fan von Stadtbibliotheken. Das schont zum einen Umzugshelfer und Geldbeutel (naja...alle bisherigen und zukünftigen Umzugshelfer nehmen das bitte nicht allzu wörtlich, denn selbstverständlich habe ich trotzdem etliche Regalmeter an Büchern...aber wie wäre das erst, wenn es keine Stadtbibliotheken gäbe!). Zum anderen ist die Hemmschwelle, ein Buch mitzunehmen, das durch seinen Klappentext vielleicht nicht zu 100% überzeugt wesentlich niedriger, wenn man es nicht gleich käuflich erwerben muss, und gar nicht mal so selten sind da echte Perlen darunter. Schön ist auch, dass ich ein Buch, das mich nach 50 - 100 Seiten immer noch nicht gefesselt hat einfach zuklappen und beim nächsten Bibliotheksbesuch wieder abgeben kann. Vielleicht gefällt´s ja dem nächsten Leser.
Als Buchliebhaberin verschenke ich auch gerne Bücher an meine Lieben. Eiserne Regel dabei ist: verschenkt wird nur, was ich selbst schon gelesen habe und gut fand (ausser es handelt sich um einen speziellen Wunsch des zu Beschenkenden). Und da kommen wir zum einzigen Nachteil der Stadtbibliotheken: die gelesenen Bücher stehen eben nicht als Gedankenstütze im heimischen Bücherregal. Und getreu dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" kann ich mich im Moment der Geschenkesuche oft nicht mehr an das kleine, feine Buch erinnern, das mir vor zwei oder fünf Jahren so gut gefallen hat und bei dem ich doch damals schon dachte, dass das sicher was für den/die XYZ wäre.
Daher hier nun ab und an ein Buchtipp (oder gerne auch mal ein "CAVE, bloss nicht"). In erster Linie als virtuelles Bücherregal für mein überfordertes Hirn, wenn es Ihnen auch etwas bringt: umso besser!
Heute also....

Julia Forrester, eine berühmte Pianistin, kehrt nach einem schweren Schicksalsschlag in ihre alte Heimat zurück. Als Kind verbrachte sie dort viel Zeit mit ihrem inzwischen verstorbenen Großvater, der als Gärtner auf "Wharton Park" angestellt und für seine Orchideenzucht berühmt war. Der neue Besitzer des Landsitzes findet bei Renovierungsarbeiten unter dem Boden des ehemaligen Gärtnerhäuschens ein Tagebuch, das vermutlich ihrem Großvater gehörte. Nicht zuletzt durch dieses Tagebuch gelangt ein jahrzehntelang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht.

"Das Orchideenhaus" erfüllt für mich die Kriterien eines richtig schönen Schmökers. Sicher keine hohe Literatur, aber eine schön erzählte Geschichte bzw. mehrere, auf zwei Zeitebenen angesiedelte Liebesgeschichten, in die ich so richtig eintauchen konnte. Die Liebenden im Gegenwartserzählstrang brachten mich zwar manchmal (von der Autorin sicher unbeabsichtigt) zum Schmunzeln, aber der Vergangenheitserzählstrang war durchweg faszinierend. Rund um unser Haus bogen sich die Bäume im Sturm, doch mir war das völlig egal, denn ich war in Herren- und Gewächshäusern in Norfolk, im Thailand der 1940er Jahre und in Südfrankreich. Empfehlenswert für alle, die bei ein Bisschen Romantik nicht gleich Ausschlag bekommen!

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